Die Pioniere im Motoren- und Automobilbau nutzten bereits vor Jahrzenten Ethanol als Kraftstoff. BereitsNikolaus August Ottoverwendete 1860 Ethanol als Kraftstoff in den Prototypen seines Verbrennungsmotors. Der AutomobilherstellerHenry Ford konzipierte sein ab 1908 gebautes T-Modell, besser bekannt unter„Tin Lizzy,  mit dem er die Serienproduktion von Autos revolutionierte, auf der Grundlage von Bioethanol. Ford glaubte, dass Ethanol der Treibstoff der Zukunft sei, der zugleich der Landwirtschaft neue Wachstumsimpulse bringen würde, da Ethanol aus fast allem gewonnen werden kann

Doch Ford benötigte Kredite zum Bau seiner Fabrik, in der er das T-Modell erstmals massenhaft herstellen wollte. Die entsprechenden Banken standen allerdings unter dem Einfluss der Standard Oil, dessen Besitzer Nelson Rockefeller war. Rockefeller musste damals dringend neue Absatzmärkte für sein Erdöl finden. Der stark wachsende PKW-Markt war für Ihn dabei optimal. Daher wurde Ford genötigt, auch sein T-Modell für den Betrieb mit Benzin auszulegen. Allein die ersten Serien – bis 1915 – konnten noch mit beiden Kraftstoffen betrieben werden. Dazu gab es einen kleinen Schalter am Armaturenbrett, um auf den jeweiligen Kraftstoff umzuschalten. In der Zwischenzeit hatte allerdings dasErdölzeitalter begonnen, mit seinem uns allen bekannten, fatalen Folgen. 

Während des Ersten Weltkriegs wurde Ethanol Kraftstoff als Sprit für Jagdflugzeuge verwendet. Aufgrund der Versorgungslage bei Benzin gab es in Deutschland mit der 1925 gegründetenReichskraftsprit (RKS) einen Hersteller von Spiritus (Kartoffelschnaps) zur Verwendung als Ottokraftstoff. Die RKS vertrieb ihr Benzin-Gemisch mit einem ca. 25-prozentigen Anteil Spiritus unter dem Markennamen Monopolin. Ab 1932 musste Benzin aller Marken mindestens 10% Bioethanol enthalten (der Ethanol Anteil wurde mit der Zeit sogar noch etwas erhöht). Ab Anfang 1939 war Deutschland benzintechnisch gespalten: Südlich von Berlin gab esSüdbenzin (verbleit), in Berlin und allem, was nördlich davon lag, gab esNordbenzin (E12, da ca. 12% Ethanol enthalten war, aber weiterhin bleifrei). Alle Vorkriegsautos hatten also in ihrem "ersten Leben" schon Kontakt zu E10-E25 und es offensichtlich auch vertragen. 

Nach dem 2. Weltkrieg gab es irgendwas Flüssiges zu tanken, noch bis in die 60er waren die Normen sehr lückenhaft, so dass zusammengebraut wurde, was gerade zu haben war. Mal mit Blei, mal ohne, hier mit Alkohol, dort mit Benzol. 1968 bekam Aral Super einen kräftigen Schluck Alkohol verpasst.

Erst in den 70ern wurde hierzulande die Ethanol Beimischungen im Benzin auf 5% begrenzt. Parallel fand Ethanol aber, durch dieErdölkrise, in anderen Ländern wieder neues Interesse. Ausgehend von Brasilien und USA wurde die Nutzung von Ethanol aus Zuckerrohr und Getreide als Treibstoff für Autos ebenso wie andere alternative Kraftstoffe auf der Basis Nachwachsender Rohstoffe zunehmend durch Regierungsprogramme unterstützt. Ab 1985 gab es E10 in Australien und Neuseeland. Vorreiter in Europa ist Schweden, hier gibt es E85 bereits seit 1990. Schwedens Regierung hat sich vorgenommen, bis 2020 erstes Land der Welt zu sein, das sich von der Droge Erdöl völlig loslöst. Eine globale Ausweitung dieser Bestrebungen entstand infolge desKyoto Protokolls1997.

Da Automobilhersteller weltweit die gleichen Materialien verbauen und diese sich hoffentlich auch in den letzten Jahren nicht verschlechtert haben, sind Diskussionen über die Materialverträglichkeit etc., daher nicht nachvollziehbar.

Kurz gesagt: „Ethanol war im Treibstoff immer schon vorhanden!“

Quelle: www.greenspirits.at