E85 ist ein alternativer Kraftstoff für Benzinmotoren. Er wird aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Zuckerrüben und Energiepflanzen, die zur Nahrungsmittelproduktion ungeeignet sind, hergestellt und entlässt bei der Verbrennung nur soviel C0² in die Luft, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aus der Luft aufgenommen haben. Im weiteren Verlauf wird Ethanol sogar aus Holz- und Strohresten und aus Algen gewonnen, die neben dem Wegfall der Konkurrenz zu unseren Anbauflächen auch noch eine höhere Ausbeute garantieren, weil der gesamte Teil der Pflanzen und Algen zur Ethanolherstellung genutzt wird. Derzeit werden nur die Fruchtstände verarbeitet, die Blätter und Stängel werden nicht genutzt.
Aufgrund des geringeren Energiegehaltes von E85 kann ein Benziner in aller Regel nicht ohne weiteres mit E85 betankt werden. Auf dem Fahrzeugmarkt gibt es diverse Hersteller, die ihre Autos schon als Serienfahrzeug für den Betrieb mit E85 vorbereitet haben. Die nennen sich FFV für Flexible Fuel Vehicle. Das bedeutet, dass sowohl Benzin, als auch E85 getankt werden kann. Jetzt stellt sich die Frage, ob auch ein normales Benzinserienfahrzeug für den E85 Betrieb umgerüstet werden kann. Vorab schon mal die Antwort, ja es geht.  Dabei müssen einige Probleme gelöst werden.
1. Um den geringeren Energiegehalt des E85 zu kompensieren, muss im gleichen Zeitraum mehr eingespritzt werden. Hier müssen allerdings auch die Einspritzdüsen so dimensioniert sein, diese Mehrmenge auch liefern zu können. Durch die energiebedingte Mehreinspritzung wird der Motor besser gekühlt, was den Verschleiß minimiert. Auch verbrennt Ethanol ca. 30 °C kühler als Mineralöl.
2. Aufgrund des geringen Dampfdruckes und des relativ hohen Flammpunktes von + 13 Grad (Benzin -21 Grad) kommt es in der kalten Jahreszeit mit E85 zu Kaltstartproblemen, die sogar so weit gehen können, dass der Motor überhaupt nicht mehr anspringt.
Jetzt gibt es die Möglichkeit, diese speziellen Eigenschaften des E85 in den Kennfeldern des Motorsteuergerätes einzustellen. Jeder gute Motortuner könnte das bewerkstelligen. Nun gibt es aber in Deutschland nur ca. 350 E85 Tankstellen, so dass man schnell mal in die Zwickmühle kommt, kein E85 zu haben. Also sollte das Fahrzeug im Notfall mit Super fahren können. Das bekommt man aber nicht in einem Kennfeld unter. Nicht umsonst haben die FFV 2 Kennfelder integriert, die je nach Bedarf zwischen den Kennfelder wechseln können. Diese haben zusätzlich noch einen Sensor integriert, der dem Motorsteuergerät meldet, was gerade im Tank ist.Somit bleibt nur die Nachrüstung eines weiteren Steuergerätes, dass die Kennfelder im E85 Betrieb so umschreibt, das E85 getankt werden kann. Im Benzinbetrieb wird das zusätzliche Steuergerät einfach deaktiviert. Desweiteren sollte keine, mit E85 in Berührung kommenden Teile aus reinem Aluminium sein, da es mit der Zeit zu Lochfrass kommen kann (siehe Materialverträglichkeit)
 
Kann man ein normalen Benziner ohne Umrüstung mit Ethanol betanken?
 
Ja, aber:
Viele normale Benziner kommen mit einer Mischung von E50 (50% Ethanol, 50% Mineralöl) ohne Probleme klar. Warum ist das so? Ganz einfach, die Lambdasonde misst ständig den Restsauerstoffgehalt im Abgas. Ist dieser zu hoch, wird dem Motorsteuergerät gesendet, dass die Mischung zu mager ist und mehr eingespritzt werden muss. Dabei wird immer Lambda 1 angestrebt, um eine optimale Verbrennung zu gewährleisten.
Nun ist es aber so, dass das Motorsteuergerät nur bis zu einem, vom Hersteller gesetzten Wert nachjustieren kann. Wird dieser Wert mit einem höheren Ethanolanteil im Sprit überschritten, geht das Motorsteuergerät davon aus, dass ein Fehler vorliegt und die Motorkontrolleuchte geht an. Anders gesagt ist der von der Lambdasonde gemessene Sauerstoffanteil im Abgas zu hoch. Ist die Motorkontrollleuchte an, springt das Motorsteuergerät in einen Notlauf, der das Benzin/Luftgemisch anfettet, um Folgeschäden zu vermeiden. Dabei steigt dann natürlich der Benzinverbrauch an.